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Deponie Neuenburg 2

Rekultivierung der Deponie Neuenburg (Betriebsabschnitt I):

2. Das Rekultivierungskonzept

 

Als Fazit des Standortgutachtens kann festgehalten werden, dass der zur Abdeckung des BA I verwendete Boden vor allem wegen seiner hohen Steingehalte und starker Verdichtung beim Einbau meist ungünstige Eigenschaften hat. Nur auf den bewaldeten nördlichen Böschungen sind günstige Bodenbedingungen geschaffen worden. Die Wasserhaushaltsmodellierung ergab für diese Standorte folgerichtig deutlich niedrigere Absickerungsraten.

Aus diesem Ergebnis wurden gemeinsam mit den Betreibern und der Genehmigungsbehörde die Ziele für das Rekultivierungskonzept abgeleitet:

  • In Anbetracht der klimatisch günstigen Lage der Deponie mit geringem Niederschlag und hohen Temperaturen wird die Absickerung in die Deponie durch hohe natürliche Verdunstung und nicht durch technische Dichtungen verringert. Deshalb soll auf großer Fläche eine Wasserhaushaltsschicht geschaffen werden, mit der die niedrigsten modellierten Absickerungsraten des Ist-Zustandes erreicht werden können. Die Wasserhaushaltsfunktion erfordert eine Wiederbewaldung der Fläche.
  • Die Planung weist Flächen aus, die gemäß dieser Zielvorgabe bereits den Anforderungen entsprechen, nachzubessern sind oder neu gestaltet werden müssen.

 

Im ersten Planungsschritt wurden deshalb Bereiche ausgewiesen, für die Nachbesserungen aufgrund der Bewertung des Wasserhaushalts sofort oder eventuell in Zukunft erforderlich sind oder die bereits jetzt die gestellten Anforderungen hinreichend erfüllen. Im zweiten Schritt wurden für diese Bereiche unterschiedliche Maßnahmen geplant:

  1. Bodenauftrag zur Verbesserung der bestehenden Abdeckung auf den westlichen und östlichen Böschungen.
    Aus der Differenz zwischen Ist- und Sollzustand des Bodens wurden die Eigenschaften des Materials (Bodenart, Dichte, Höhe) für den Bodenauftrag ermittelt. Die zum Erreichen der Zielvorgaben notwendige Auftragshöhe betrug 50 bis 70 cm.
    Nach Abräumen des Bewuchses und des humosen Oberbodens und tiefem Auflockern der Grenzschicht soll das neue Unterbodenmaterial in einer Schicht ohne Befahrung mit einem Bagger eingebaut werden. Dieses Verfahren ist notwendig, um Verdichtungen auf ein Minimum zu beschränken.  
  2.  depo-neuenburg-rekuverfahren.jpg
















  3. Die bisher noch nicht rekultivierte Deponiekuppe soll mit einer Abdichtung versehen werden, welche Absickerungen aus der Rekultivierungsschicht mindestens solange ableitet, bis die Vegetation optimal entwicklet ist.
    Die Abdichtung besteht aus einer HDPE-Kunststoffdichtung, einer Entwässerungsschicht und einer 2 m mächtigen Rekultivierungsschicht aus geeignetem Bodenmaterial.
  4. Im nördlichen Deponieteil sind vorläufig keine Maßnahmen vorgesehen, da bereits ein gut ausgebildeter Waldbestand vorhanden ist. Eine kleine südexponierte Böschung mit interessanter Vegetation wird als Trockenbiotop offen gehalten.


Die Bepflanzung der rekultivierten Bereiche orientiert sich an den Anforderungen des Wasserhaushalts und der in Neuenburg zu erwartenden Standortbedingungen. Es werden lichte, gut abgestufte Waldbestände mit ausgeprägter Kraut- und Strauchschicht angestrebt.
Zuerst soll ein Vorwald gepflanzt werden, der schnell möglichst hohe Evapotranspirationsraten erreicht. Im Schutz des Vorwaldes können in 20-30 Jahren die Zielwälder etabliert werden.. Als Zielbestände sind Stieleichen- und Kiefernmischwälder vorgesehen.

Das Rekultivierungskonzept war Grundlage für die Ausführungsplanung durch das Ingenieurbüro Fritz Braun und die weiteren Schritte bis zur Ausführung der Rekultivierung.

 


Laufzeit:

Mai 2000 bis Januar 2001

Auftraggeber:

Abfallwirtschaft Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald (ALB), Freiburg

Bearbeitung:

Dr. Peter Wattendorf, Gerhard Bönecke

 

 

 

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